Constitutional complaint in family law

In family law, the constitutional complaint has a very special meaning. Since many decisions, e.g. regarding custody, can or must be renewed from time to time, the persons involved have to deal with the family courts over and over again.

However, there is often a risk that the courts will simply invoke their earlier decisions without entering into a new substantive review. Furthermore, there are only two instances in family law, the district family court (“Amtsgericht – Familiengericht”) and the higher regional court (Oberlandesgericht). The appeal to the Federal Supreme Court hardly plays a role in practice, as it would have to be allowed by the Higher Regional Court first. The control of decisions is thus very underdeveloped.

Here, a further review by the Federal Constitutional Court can be ensured. It is often enough to realize that the constitutional complaint was raised in order to be taken more seriously in court. In that regard, we have already had very good experiences with several clients.

Obviously, the fundamental right to protection of the family (Article 6 of the Basic Law) is relevant. This also includes parental rights, i.e. the right of parents to take care of their children. In this respect, virtually every custody decision constitutes an interference with the fundamental right of at least one parent.

Then the question arises whether this intervention could be justified. Justification is first and foremost the best interests of the child, with the court having to carry out a thorough examination in compliance with fundamental rights. Here you can often find starting points that make a constitutional complaint seem promising.

Im Familienrecht hat die Verfassungsbeschwerde eine ganz besondere Bedeutung. Da viele Entscheidungen, z.B. über das Sorgerecht, nach gewissem Zeitablauf oder auch jederzeit neu getroffen werden können oder müssen, hat man immer wieder mit bestimmten Gerichten zu tun.

Dabei besteht aber häufig die Gefahr, dass sich die Gerichte einfach auf ihre früheren Entscheidungen berufen, ohne in eine neue Prüfung der Sachlage einzusteigen. Hinzu kommt das Problem, dass es im Familienrecht nur zwei Instanzen gibt, das Amtsgericht (Familiengericht) und das Oberlandesgericht. Die Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichtshof spielt in der Praxis kaum eine Rolle, da sie vom OLG zugelassen werden müsste. Die Kontrolle von Entscheidungen ist damit stark unterentwickelt.

Hier kann eine weitere Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht sichergestellt werden. Häufig reicht auch schon das Bewusstsein, dass die Verfassungsbeschwerde erhoben wurde, um vor Gericht ernster genommen zu werden. Insoweit haben wir bereits bei mehreren Mandaten sehr gute Erfahrungen gemacht.

Relevant ist naheliegenderweise das Grundrecht auf Schutz der Familie (Art. 6 GG). Dieses beinhaltet auch das Elternrecht, also das Recht der Eltern, sich um ihre Kinder zu kümmern. Insofern stellt praktisch jede Sorgerechtsentscheidung einen Eingriff in das Grundrecht mindestens eines Elternteils dar.

Dann stellt sich die Frage, ob dieser Eingriff gerechtfertigt sein könnte. Rechtfertigung ist in erster Linie das Kindeswohl, wobei das Gericht hier eine genaue Prüfung unter Beachtung der Grundrechte vornehmen muss. Hier lassen sich häufig Ansatzpunkte finden, die eine Verfassungsbeschwerde erfolgversprechend erscheinen lassen.

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